Während man ihm etwas zur Stärkung vorsetzte, klagte der Alte, wie hart es ihm letztzeit daheim ergangen.
„Hab’ ich’s nicht gleich zum vorhinein gesagt, es bringt dir keinen Dank, daß du das schlechte Mensch auf den Hof genommen hast?!“
Weiter erzählte er, wie er sich mit dem heutigen Morgen ganz mit seinen Leuten zertragen habe.
„So schön,“ sagte die Tochter, „jetzt kannst du dich gar auf deinem Eigen wieder einbetteln.“
Furchtsam blickte der alte Mann auf und sagte leise: „Ich tät’ dich bitten, Liesel —“
„Was willst?“
„Wenn ich nur nicht nach dem Hof zurück müßt’.“ Er faltete die zitternden Hände. „Könnt’ ich nicht bei euch bleiben?“
„Bei uns bleiben, was fällt dir ein? Ich hab’ das Haus voll Arbeit und voll Kinder und keine Zeit, daß ich sonst noch aufschau’ und gar eines betreu’ und pfleg’, das nicht wie ein Kind je mehr zu Kräften kommt und dem Haus zu Nutz, sondern je mehr von Kräften fällt und dem Haus zur Last! Die am Reindorfer Hof sind kinderlos, die haben’s leichter. Du hast dir die Melzer Sepherl einreden lassen und darum war es ein Unsinn, dich mit ihr zu zertragen, geh in Gottesnamen wieder wohin du gehörst, gib gute Wort’ und sei für ein andermal gescheiter.“
Sie erhob sich und ging zur Stube hinaus und ließ den alten Reindorfer mit den Kindern allein, diese schlichen sich verschüchtert in eine Ecke und hielten sich mäuschenstille, sie ahnten, daß da etwas nicht ganz recht und richtig sei. Eine lange, endlose Zeit dünkte es ihm, während er so mit gesenktem Kopfe dasaß und nicht zu gehen noch zu bleiben wußte.
Da trat seine Tochter mit ihrem Manne ein, sie hatte ihn vom Felde geholt.