„Lenerl,“ sagte er und streichelte ihr mit zitternden Händen die Wangen und begann zu lachen und zu weinen untereinander. „Mein Lenerl! wie du schön bist! — Du, auf’m Hof war’s nimmer auszuhalten! — Dir tut’s gut gehn, gelt, dir tut’s gut gehn? — Und die Lisbeth hat mich auch ausjagen lassen. Ja, ja. — Das freut mich, schau, das freut mich recht! — Und so tu’ ich halt jetzt betteln, ja betteln tu’ ich.“

Die Bäu’rin fuhr mit der Schürze nach den tränenden Augen und das wollte ihr wohl der alte Mann wehren, er versuchte es, sich zu erheben, sank aber kraftlos zurück.

Leni schluchzte laut.

„Aber sei nit närrisch, mir ist ja nichts,“ sagte er greinend, „nur völlig hin bin ich. Sei gut, Lenerl, mir ist nichts.“ Er streichelte ihre Hand.

Da kam der Grasbodenbauer mit Burgerl hinzu. „Je,“ sagte er, „Vater Reindorfer, du bist einmal da? Das is recht. Grüß dich Gott!“

„Mein’ alt’ schneeweiß’s Manderl!?“ fragte Burgerl; ihr lachender Mund ließ die blanken Zähne sehen und sie streckte beide Hände dar.

Der Greis nickte mit mattem Lächeln dem Kinde zu.

„Kaspar,“ sagte die Bäu’rin, mit feuchtem Blick zu ihrem Manne aufsehend. „Fortgejagt haben sie ihn von daheim.“

Der Bauer runzelte die Stirne, biß in die Mundspitze seiner Pfeife und paffte immer dichtere Rauchwolken von sich. „Nun, was ist da dabei?“ sagte er. „Doch nur Schand’ für die, die ihm so begegnen. Besinnst dich doch, daß sein’zeit mein’ Red’ war, du dürfst nur sagen, dein Vater is da, so führ’ ich ’n an der Hand in mein Haus? Daß er mir’s Hereinführen erspart, das ändert doch nix an der Sach’.“ Er kehrte sich gegen Reindorfer. „Bleibst halt bei uns, bist da so gut wie daheim, — besser!“

Da fiel ihm Leni um den Hals.