Der Knabe lief auf die Mutter zu.

„Nun, Flori,“ sagte diese, „wen bringst denn du da mit?“

„Das ist die Leni.“

Die Frau nahm beide Kinder an der Hand und ging nach der Stube, wo der Müller gerade über Rechnungen saß, sie öffnete halb die Türe und schob die Kinder vor sich hinein und mit einem Schelmengesicht sagte sie: „Du, Vater, schau einmal her, ob nicht der Florian dir ganz nachgeratet, da bringt er sich schon ein Dirndl mit.“

Der Müller lachte.

Er hatte die Zeit über ein etwas behäbigeres Ansehen gewonnen. Es war nämlich nicht so gekommen, wie es die Leute erwarteten, sondern von dem Augenblicke an, wo er mit Weib und Kind die Mühle in Besitz nahm, trug er den seßhaften verheirateten Mann mit Auffälligkeit zur Schau, er gefiel sich darin und gewöhnte sich daran, und so wurde er zuletzt selbst, wofür er gehalten werden wollte, ein umsichtiger Geschäftsmann und sorglicher Familienvater, und so genoß er auch sein Teil Zutrauen in der Gemeinde und in der Umgegend.

Jetzt legte er die Feder weg und wandte sich nach den Kindern. „Wie heißt denn du?“ fragte er das Mädchen, das ihm die Müllerin bis vor sein Knie geschoben hatte.

Das Kind lachte verlegen.

„Nun geh’, so sag’ mir es doch!“ Er hob die Kleine auf seinen Schoß. „Wie heißt du denn?“

„Magdalena.“