„Nun ja, aber denk’, wie weit es sich verrannt hat, vielleicht suchen sie es schon auf dem Reindorferhof.“

„Ich führ’ sie ein Stück Weges.“

„Bleib du im Haus, schick einen Knecht oder eine Dirn’ mit.“ Er schloß die Türe hinter ihnen.

„Rosel,“ rief die Müllerin, als sie mit den Kindern in den Hof hinaustrat.

Eine Stimme antwortete: „Ja, Müllerin.“ Und bald darauf kam aus einer Scheuer eine dicke Magd herausgelaufen. „Was willst denn?“ fragte sie hastig.

„Geh, Rosel, führ’ das kleine Menscherl da auf den Reindorferhof, wo sie zu Haus ist, sag’ nur, sie wär’ mit unserm Florian gar bisher zu uns gegangen, wie halt schon Kinder sind, sie sollen’s nicht schlagen derohalben.“ — Sie strich der Kleinen über das blonde Haar. „B’hüt dich Gott, kleines Dirndl.“

Die Magd ging und zerrte das Kind an der Hand hinter sich her.

„Komm wieder!“ rief Florian nach.

Das Mädchen zappelte mit seinen kurzen Beinchen neben der eilig dahinschreitenden Magd her. Ach, es war wohl gar weit bis nach Hause, — und Schläge bekommt sie ganz gewiß, weil sie solange weg war, — und in der Mühle, ja, das hatte sie nicht einmal gesehen in der Mühle, wie Mehl gemacht wird. Das war doch gar zu traurig! Sie verzog das Gesicht zum Weinen, aber dazu war ihr keine Zeit gelassen, sie mußte nur immer eilfertig auf dem Wege einherlaufen, sie senkte das Köpfchen, da fielen ihr die Haare über das Gesicht und verhüllten den erbarmungswürdigen Anblick.

Plötzlich ging die Magd langsamer, zog die Hand des Kindes an sich, damit es aufblicken möge und sagte: „Schau, da kommt der Vater!“