Der alte Reindorfer kam auf sie zu. „So findet man dich endlich,“ sagte er, „hab’ mir so gedacht, aus der Welt wirst du nicht sein. Wo warst du denn?“

Die Magd gab Bescheid.

Die kleine Leni horchte gut auf. O, das war eine Böse; daß man sie nicht schlagen solle, davon sagte sie gar nichts.

Der Reindorfer aber sagte, nachdem er der Dirne gedankt hatte: „Warte nur, bis wir heimkommen, ich denk’ dir die Ungelegenheit und die Unruh’ nicht zu schenken.“

„Ist schon recht,“ sagte die Magd.

O, das war eine gar Böse!

„Gute Nacht, Reindorfer.“ — Rosel ging ebenso eilig den Weg zurück, wie sie ihn gekommen war.

„Gute Nacht!“ brummte der Bauer, er nahm das Kind an der Hand und während er es mit sich fortzog, schalt er es aus, und so oft er eine Scheltrede anhob, preßte er das kleine, schwache Pätschchen in seiner rauhen Faust und riß die Kleine herum, daß sie taumelte.

„Gar bis zur Mühle hast laufen müssen? — Du Brut, zieht es dich nach dem Neste? — Ja, zieht es dich nach dem Nest? — Du Kuckucksvogel, du! — Einmal noch verlauf’ dich dorthin, — erschlagen tu’ ich dich! — Nur einmal noch!“

Das kleine Händchen war ganz rot geworden und der Arm schmerzte, und das Kind weinte und schluchzte laut.