Da saß ein Mann am Wege, an dem sie vorüber mußten. Es war der Kleehuber, der Rast hielt.
„Ho, Reindorfer,“ sagte er, „was treibst du denn mit deinem kleinen Dirndl? Ich schau’ dir schon zu, von wo ich dich hab’ den Weg kommen sehen. Hast halt lange keine so kleine War’ im Hause gehabt und bist entwöhnt, wie man mit ihr umgehen soll!“
Er erhielt keine Antwort und kopfschüttelnd blickte er den beiden nach.
Reindorfer hatte die Hand des Kindes loser gefaßt und war langsamer gegangen, jetzt, wo sie dem Kleehuber aus dem Gesichte waren, blieb er stehen.
„Es ist eigentlich nicht recht und ist ein jähes, unchristliches Wesen! Was kann das Kind dafür, was in ihm steckt? Und meinen tut es ja auch nichts damit, dazu ist es noch nicht gescheit genug. Sei ruhig, Leni!“
Er nahm das Kind auf den Arm und trug es nach Hause.
Die Bäuerin stand am Hoftore und lief ihnen entgegen, aber ehe sie nach dem Kinde langen konnte, hatte er dasselbe schon vom Arme auf die Erde gesetzt und sagte: „Da hast du deinen Bankert, wäre der Hof abgebrannt, oder hätte uns andere alle das Donnerwetter erschlagen, du hättest nicht soviel Wesens darum gemacht.“
Das Weib zog das Kind an sich und sah mit weinenden Augen zu ihm auf. „Verzeih dir Gott, wie du mir wehe tust, Joseph, aber ich kann ja doch nicht anders, wie ich müssen tu’!“
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Rechnen wollte der Müller, das hatte er wenigstens gesagt, er mußte das wohl nur im Kopfe tun, denn bisher hatte er keine Ziffer auf das Papier geschrieben. Was das wohl für eine Rechnung war? Wollte er sich vielleicht einen alten Posten aus dem Sinne schlagen?