„Die Melzer Sepherl?!“ Der Alte sah seinem Sohne gerade in das Gesicht und als er merkte, derselbe spaße nicht, kehrte er ihm den Rücken zu und brummte: „Mußt heiraten, so such dir was anderes; daraus wird nichts, all mein Lebtag nicht!“

„Warum nicht, Vater? Ich werd’ doch den Grund wissen dürfen?“

„Einen Grund?! Ich frag’, wer möcht’ die als Schwiegertochter in sein Haus aufnehmen — und vielleicht noch ihre Mutter, die alte Hexe, als Daraufgabe dazu, nicht? Bub’, du bist verrückt! Weißt du denn nicht, daß die Leut’ da herum viel von ihr zu reden wissen, nur nichts Gutes?“

„Oft reden die Leut’ gar viel,“ sagte Leopold trotzig.

„Aber da nicht mit Unrecht, und wär’ da auch nur ein Dritteil von dem Gerede wahr, mehr braucht sich einer gar nicht zu verlangen.“

„Und wär’ das Ganze wahr, alles miteinander, so möcht’ ich doch wissen, wen in der Welt das was anginge, wenn es mir recht ist und ich mir nichts daraus mach’!“

„Du trauriger Hase, ich merk’, dich haben sie schön in März geschickt!“

Es war beleidigend für den Burschen, hören zu müssen, er handle in dieser Angelegenheit wohl nicht ganz nach freiem, eigenem Antriebe, doppelt beleidigend, weil es zufällig die Wahrheit war; so sagte er denn ganz zornig: „Und ich heirate sie doch!“

„Das tu nur, aber verheiratet wirst du schwer als Knecht bei einem Bauer ein Unterkommen finden, denn auf meinen Hof sollst du mir dann nicht, weder solang ich die Augen offen habe, noch wenn ich sie einmal schließe.“

„So, so,“ sagte der Bursche, dem vor Aufregung die Stimme stockte, „überleg dir es halt, ob du dein Kind bei fremden Leuten als Knecht wissen willst.“