Von da an hielt sich die Reindorfer Leni zu den Dirnen.


Die Waffenübungen waren vorüber, Reservisten und Landwehrmänner zogen wieder heim. Die Sonne war schon hinter die Hügel gesunken, nur rote Wolkenstreifen verrieten dem engen Tale, daß sie noch am Himmel stünde, als Leopold seinen Heimatsort erreichte.

Er ging aber nicht die breite Straße durch denselben, sondern schlug einen Fußsteig ein, der ihn auf kurzem Umwege in den Rücken des Häuschens brachte, wo seine Liebste wohnte. Er schwang sich über den Gartenzaun, ein knurriger Spitz fuhr auf ihn los, ließ aber sogleich ab, als er ihn beim Namen rief, und mit klopfendem Herzen schlich er durch das Gärtchen der Hütte zu; knapp davor kniete die alte Melzerin an einem Gemüsebeet und jätete und setzte um, er gelangte unbemerkt an ihr vorüber.

Nun konnte er nimmer fehlgehen, es war nur ein einziges Gemach im Hause, auf den Fußspitzen noch die paar Schritte durch die Küche, und er riß mit freudigem Ungestüm die Türe auf.

Der laute Gruß aber, den er hineinrufen wollte, blieb ihm in der Kehle stecken.

Sollten die Leute doch recht haben?!

Neben Josepha stand ein Bursche, der traulich den Arm um ihre Hüfte gelegt hatte. Die beiden waren offenbar mehr überrascht, als verlegen.

Josepha faßte sich zuerst, rasch sich freimachend, sagte sie: „Sei nicht so keck! Und siehst, da ist mein Leopold wieder, und den hab’ ich tausendmal lieber, wie ich dir auch tausendmal gesagt habe.“

Der Bursche trat jetzt auf Leopold zu und bot ihm die Hand. „Jesus, Reindorfer,“ sagte er, „grüß dich Gott! Bist wieder da? Nun, wenn du da wieder einrückst, da darf ich als Ersatzmann nur gleich marschieren! Abreden hab’ ich sie dir so nicht können, das hab’ ich nicht können, nicht um die Welt!“