„Das hat mir später auch eingeleuchtet, denn du bist viel zu gescheit dazu, mir nachzutragen, was ich etwa dazumal als täppischer Halbjung’ zu dir geredet; wenn ich uns zwei heut’ betrachte, muß ich mich rein schämen, wie man mag so gottvergessen dumm sein! Damal ist mir geschehen, wie mir gebührt hat, und später war auch hoch einbilderisch von mir, daß ich gemeint hab’, du hältst dich derowegen von mir fern. Das bring’ ich nur vor, damit du weißt, was ich von dir denke und wie ich meine, daß auch du denken wirst. Aber mit dieser Einsicht lange ich nicht weit und da hab’ ich dich auch fragen wollen, warum du gerade gegen mich anders bist? Du hast doch sonst kein unfreundlich Wesen an dir, ich verlange nicht mehr als ein anderes, dir wildfremdes, aber warum ich weniger verdienen sollte, das möchte ich doch auch wissen?“

„Schau, du weißt es ja ohnehin, meine Eltern wollen keinen Verkehr zwischen uns. Was soll ich mir unnötig Verdruß zuziehen?“

„Deine Eltern tun mir hart unrecht,“ sagte der Bursche.

„Es mag wohl sein,“ sagte das Mädchen und sah ihn lächelnd an, „aber stark genug bist ja geworden, wirst es schon zu ertragen wissen, meine ich.“

„Du hast leicht lustig sein,“ sagte er und setzte sich, zwei Schritte weit von dem Mädchen, auf den Rasen. „Du hast leicht lustig sein, du weißt nicht, wie mir ist. Hätte es einen Grund, dann hätte es doch einen; so möchte man doch wissen, warum? Darüber hab’ ich mir schon lang’ Gedanken gemacht. Und es hilft mir nichts darüber weg. Selbst das sackermentische Rauchen hab’ ich mir angewöhnt, aber es vertreibt mir sie nicht.“ Er warf die Pfeife vor sich in das Gras.

„So,“ sagte Magdalena, „zerbrich sie nur. Hast du so viel Geld? Eine neue kaufst du dir ja doch wieder.“

„Der Krämer hat genug so Zeug und kostet keine ein Haus. Und da sieh“ — er hob die Pfeife von der Erde auf —, „wenn sie dir erbarmt, es ist ihr nicht einmal etwas geschehen, ich wollt’ nur, es möcht’ alles so ausdauern wie eine Pfeife.“ Er seufzte tief auf.

„Geh zu,“ lachte das Mädchen, „du könntest einem schier völlig selber erbarmen.“

„Ja, es wird schon kommen, wenn mich mein Schicksal so hinwirft wie die Pfeife, aber es wird mich dann niemand mehr aufklauben können.“

„Wie du gleich verzagt tun magst.“