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Der alte Reindorfer saß noch im Hofe und rauchte in der Laube seine Pfeife, als Magdalena heimkam, er schüttelte den Kopf, als die Dirne mit einem scheuen „Gute Nacht, Vater“ an ihm vorüberhuschte.

Das Mädchen aber ging nach dem Schlafstübchen, das sie mit der Mutter teilte, die alte Frau schlief fest; Magdalena öffnete leise das Fenster, weiche würzige Luft wehte hernieder vom mondbeglänzten Tann, zu dem sie aufblickte.

Also das ist Liebe, was sie nun empfindet! Viel wissen die Leute darüber zu reden, aber keines weiß es auszusagen, wie das ist! — — Jetzt geht er dort durch das Wäldchen — nun ist er wohl schon heraus und steigt zur Mühle hinab. — „Gute Nacht, Flori!“ — Und dann soll eine Zeit kommen, wo sie nicht mehr getrennte Wege gehen, sondern allimmer zusammen, und wo sie vor Gott und der Welt ihm angehören soll für das ganze Leben!

Ihre Hände umspannten das Fensterkreuz, als wollten sie es zerdrücken.

„Du willst ihm ein rechtes Weib sein,“ sagte sie und ließ tief aufatmend die Arme sinken und sah hinaus in die Mondnacht. Ruhiges freundliches Licht über der stillen Erde. Und wieder überkam sie das Gefühl, das gehört uns, wir teilen es und schenken es an andere!

Ein froher Schauer durchrieselte sie, aber das Blut stieg ihr nach den Wangen, rasch schloß sie das Fenster und begab sich zur Ruhe.

8.

Diesmal jagten Wolken über den Nachthimmel und deckten von Zeit zu Zeit die Mondscheibe und dann lief jedesmal ein schwarzer Schatten über die Gegend.

Oben bei dem Tannenwäldchen saßen Hand in Hand Magdalena und Florian, und so oft es um sie dunkelte, lösten sie ihre Hände und hielten im Reden inne, bis es wieder licht geworden war.