Das Mädchen sagte: „Ich fürchte doch, was der Vater dazu sagen wird.“
Und der Bursche erwiderte: „Das hat es nicht not. Was kann er viel sagen und was kann er dagegen haben, wenn er sieht, daß wir uns leiden mögen. Dann muß er mir eben nachfragen und das ist recht; für blind halte ich ihn nicht, und so wird er einsehen, und auch von den Leuten wird er es zu hören bekommen, daß wir ganz zusammentaugen, sorgen kann er auch nicht, daß du es schlecht haben wirst als Müllerin im Wasser-Graben, weiter kann es für ihn doch kein Bedenken geben. Und so denke ich, unser Herrgott wird es mit uns nicht schlechter meinen als mit den andern, die in ehrsamer Verliebnis auf ihn bauen!“
Ein düsterer Schatten lief über die Wiese.
„Wir wollen auf ihn trauen,“ flüsterte das Mädchen und als es wieder rings freundlich hell war: „Und schau nur, wie er alles gescheit einrichtet, der liebe Gott, schon als Kind hätt’ ich die Mühl’ im Wasser-Graben gern gehabt, es ist was Eigenes um so eine liebe, klappernde Mühl’, jetzt kriege ich sie, weil ich mich aber doch nicht darauf versteh’, so gibt er mir gleich einen jungen Müller dazu.“
„Freilich,“ lachte Florian, „der muß dabei sein und ohne den kriegst du sie gar nicht, und hübsch freundlich mußt du mit ihm umgehen, sonst stellt er die Mühle und du verschuldest eine große Mehlnot im Lande.“
„Und du mußt nicht so einbilderisch daherreden, es gibt noch genug Mühlen, wegen der Leute wär’ mir nicht bang, die fänden schon andere Müller, aber wo nähm’ ich einen her?“
„Nun siehst, und darum darfst du nicht trutzig sein.“
„Ich meine nicht, daß ich es werde lassen können, jetzt nehme ich mich noch zusammen, aber bin ich einmal auf deinem Hof —“
„Ei wohl, darauf fürcht’ ich mich schon, wie eine arme Seel’ aufs Himmelreich.“
„Sag einmal im Ernst, was kann man deinen Leuten zulieb tun?“