„Wie du doch fragen magst, was willst du einem Lieberes tun, als wenn du tust, wie es dir gegeben ist, und bleibst, wie du bist? Da sorg’ nicht, man muß dich gern haben.“
„Tun, wie ich will, und bleiben, wie ich bin? Nun, ich meine schon, das werd’ ich kaum verfehlen und mich nicht besonders anstrengen dabei. Deine Mutter ist gar so eine ansehnlich schöne Frau, wenn mich die möcht’ liebgewinnen, das wär’ mir eine rechte Freud’.“
„O meine Mutter, so groß und breit sie ist, die hast du in der Tasche. So oft die Red’ auf dich kommt, tut sie völlig verliebt, wär’ sie ein Mannsbild, ich könnt’ rein eifersüchtig werden auf sie. Denk’, sie erinnert sich noch, wie du einmal als ganz kleines Ding mit mir nach unserer Mühle gelaufen bist, weißt du es denn selber noch?“
„Ei freilich.“
„Und damals schon hat sie gemeint, wir sähen einander gleich, und darauf hin schaut sie dich noch bis auf den heutigen Tag an.“
„Geh zu, wie kann sich ein Mannsbild und ein Weibsleut gleichschauen?“
„Nun, ich meine doch selber, das könnte wohl sein!“
„Und gar ich und du, das ist spaßig! Du bist schwarz und ich bin blond, du bist groß und ich bin mittel, du bist schlank und ich bin untersetzt, einen Bart wirst auch bald kriegen, und ich hoff’ doch, daß mir keiner wachsen wird.“
„Aber halt sonst.“
„Ja, sonst freilich! Schau, sonst fürcht’ ich wohl selber, daß uns die Leute oft verwechseln möchten!“