Da war es, trug kein Mal und kein Zeichen, — war ein Kind wie ein anderes.

„Daß es leben mag!![1]

Der Bauer schüttelte den Kopf, die Hände begannen ihm unter der winzigen Last zu zittern, und die Wöchnerin verlangte hastig das Kleine zurück.

Nachdem er mit einigen hervorgestotterten Worten den beiden Weibern gedankt hatte, „für ihre Freundschäftlichkeit und Gutheit und Hilfeleistung“, versah er sich mit Pfeife und Tabaksblase und verließ die Wochenstube. In der Küche brannte er mit einer Kohle den Tabak an, klappte den Pfeifendeckel zu, schritt dann über den Hof hinaus auf den Fahrweg und wandelte wie ein Träumender dahin.

In wirren, wechselnden Bildern drängten sich dem alten Manne die Erinnerungen seines Lebens auf und er sammelte und sichtete, wie es sich bot, ob es fern oder nah lag, was er genossen oder gelitten, gut gemacht oder übel getan, und suchte es gegeneinander abzuwägen; denn was eines erlebt, das muß doch einen Sinn haben, Freud’ und Leid, Rechttun und Verschulden mußte sich ja doch ausgleichen! Aber die Rechnung wollte ihm nicht stimmen.

Warum er den Hof verlassen hatte und jetzt beharrlich nach einer Richtung den Weg verfolgte, er wußte es nicht. Plötzlich blieb er stehen und horchte auf, er vernahm das Geräusch eines herankommenden Wagens, nun besann er sich, seinen Kindern war er entgegengegangen. Nun rief er sie an, sie mußten halten und ihn auf das Sitzbrett, in ihre Mitte nehmen. Da saß sich’s gut.

„Nun, wie geht’s daheim?“ fragte der Bursche.

„Eine Schwester habt ihr gekriegt.“

Mehr sagte der Bauer nicht und die beiden frugen nicht weiter und so fuhren sie denn schweigend dahin.

Abenddämmer lag über den Matten.