Als sie der Stelle zulenkten, wo der „Wasser-Graben“ in den ihren einmündet, da rasselte ein anderes Fuhrwerk daher und sie wurden angerufen: „Liebe Leuteln, haltet ein wenig auf, laßt mich vorfahren!“
„Ist’s nicht der Knecht aus der Mühl’?“ fragte Reindorfer, indem er die Zügel anzog. „Wohin noch in der Eil’?“
„Nach’m Pfarrhof. Der Müller macht’s nimmer lang! Gute Nacht!“
Damit polterte der Wagen ihnen voran, er war ihnen lange aus Gesicht und Gehör, als sie durch ihr Hoftor einfuhren.
Vom Hofe aus führt eine Stiege nach dem Dachboden, einige Pfeiler stützen sie, und der Raum zwischen ihnen und dem Treppengang heißt „die Lauben“, in derselben befand sich ein Tisch und dahin trug jetzt die Magd das Abendessen für den Bauer und das Gesinde. War ja ohnedies heut spät geworden.
Der junge Reindorfer trat nur unter die Türe, um seine Mutter zu grüßen, das Mädchen aber schlüpfte an ihm vorbei und eilte zur Wiege.
Die Bäuerin erwiderte den Gruß ihrer Kinder, dann kehrte sie sich hinüber zur Wand.
Als der Bursche die Türe hinter sich zuzog, sagte die Tochter, welche sich über den Säugling gebeugt hatte: „Ist ein klebers[2] Ding. War ich auch so?“
„Ist doch keines anders.“
Der Bescheid ward mit halb ungläubigem Lächeln aufgenommen.