„Nicht wahr? Ich hab’ just so denken müssen, wie du vom Jakob zu reden anhebst. Ich möcht’ wohl wissen, was ihrer zwei Weiber in einem Haus vorstellen sollen? Ist da heut eine die erste und muß morgen wieder gegen die gestrige zweite zurückstehen, oder hat jede abwechselnd die Woche? O, du lieber Himmel, ich muß lachen, wenn ich denk’, was das für ein Durcheinander wär’, wo keines wüßt’, wer eigentlich zu schaffen hat, darüber müßt’ ja auch jede Wirtschaft zugrund’ gehen!“
„Freilich, darum sorg’ nicht, ich nehme mir keine zweite.“
„Ich wollte dir’s auch nicht raten! Weißt, bei meinen Lebzeiten nicht,“ setzte sie plötzlich sehr ernsthaft hinzu. „Sollt’ ich versterben, wirst du dir schon eine andere suchen müssen. Wer weiß, was bis dahin geschieht, dann such dir halt eine recht brave ins Haus, weißt, eine, wo du dir denken kannst, daß sie mir vom Himmel herunter gut gefallen könnt’!“
Florian lachte laut auf.
Das Mädchen schnitt ihm ein beleidigtes Gesicht und kehrte ihm den Rücken zu.
„Du närrische Mirl, hörst,“ sagte er und zupfte sie an den Schürzenbändern, „wirst du dich gleich umdrehen? Ich löse dir die Fürtuchbänder auf!“
„Untersteh dich,“ sie wandte sich gegen ihn. „Keck genug bist du dazu. Wie kannst du einem denn bei einer so heilig ernsthaften Red’ ins Gesicht lachen?“
„Weil es doch nur eine heilig ernsthafte Dummheit ist,“ sagte er zornig, „so daherreden, daß man meint, der Mond macht dich irr’! Verhüt’s Gott, daß mir einmal so geschäh’, aber dann such’ ich nach keiner zweiten, man kann ja doch keine anstückeln, wo die erste aufgehört hat.“
„So hat schon mancher zu seiner ersten gesagt —“
„Und doch wieder geheiratet, freilich, und hat es vielleicht sogar besser getroffen, wie das erstemal, denn die zweite will schon nimmer recht behalten, wenn sie von ihrem Versterben redet, weil sie doch meint, sie hat mehr Aussicht, daß sie überbleibt. Sollst recht behalten!“