„Ich hab’ recht, ob du es einsehen willst oder nicht.“
„Aber ich seh’ es ja auch ein. Du hast recht!
Mein Schatz b’halt gern recht,
Und zum Streit bin ich z’faul,
Und da häng’ ich mir lieber
Ein Schlösserl vors Maul!“
„Schön, jetzt sing noch gar ein Trutzliedel auf mich! Ich geh’ jetzt!“
„Mußt nicht bös’ sein, aber da muß einem ja der helleidige Übermut einschießen, wenn man dich so frischlebig da stehen sieht und vom Versterben reden hört, nur damit man wissen soll, daß ihr Weiberleut’ selbst noch übers Grab hinaus euch um ein Hauswesen annehmen tätet! Das sag’ ich dir aber nun gleich, bevor ich geheiratet habe, denke ich gar nicht daran, Witwer zu werden! Gelt, da lachst du selber? Gewinnen will ich dich, vom Verlieren will ich gar nichts hören, mit dem Tod tät’ ich um dich raufen, aber ich hoff’ schon, unser Herrgott hat ein Einsehen und läßt uns beieinander, so lang es angehen mag. Heut aber möcht’ es schier nicht länger angehen und wir müssen allzwei nach Haus denken und uns gute Nacht sagen. Wenn du morgen, oder nächster Tage meine Mutter bei euch auf dem Reindorferhofe siehst, so weißt du, was es zu bedeuten hat.“
Sie drückten sich die Hände.
„Gute Nacht, Leni!“