Und er fing an. Er wurde nicht müde zu erzählen und die Mutter nicht, zuzuhören.
Er hatte sich auf eine Ecke des Herdes gesetzt und die Müllerin stand mitten vor demselben, stützte sich auf den Stiel eines großen Abschöpflöffels und blickte mit leuchtenden Augen auf ihren Jungen. Du magst schon einem Mädchen gefallen können — dachte sie dabei — und es schickt sich recht gut, daß die es ist, das gibt ein paar schöne Leute, welche auch zusammen taugen ...
Die gänzliche Außerachtlassung und Vernachlässigung war aber einem der Töpfe unerträglich geworden, schon lange hatte er vor sich hingesummt, dann sogar ein paarmal mit der Stürze geklappert, da aber alles nichts half, so wallte er jetzt über, — und im Gezische des ausgelaufenen Inhaltes, dem Aufschrei der bestürzten Hauswirtin und dem Auflachen des Burschen zerriß unanknüpfbar der Faden des Gespräches.
Sie waren mit der Mahlzeit zu Ende. Das Gesinde war vom Tische aufgestanden und verließ die Stube. Da schob auch Florian den Teller von sich und rückte den Stuhl.
„Leidet es dich nimmer?“ fragte der Müller. „Hast du es heute so eilig?“
„Ich will nur meine Pfeife draußen am Zaun rauchen, nämlich, weil ein Schulkamerad vorüberkommen soll, den sie vorig’ Jahr zu den Soldaten genommen haben und der jetzt ein paar Tage auf Urlaub ist.“
Die Müllerin schüttelte den Kopf und dachte: Nun Gott verzeih ihm! Der Bub’ kann ja so keck in einem Atem weg lügen, wie ich ihm gar nicht zugetraut hätte. Woher er nur das hat?
Er aber zog sachte die Tür hinter sich ins Schloß, Müller und Müllerin waren allein.
Sie legte ihre Hand mit einem leisen Druck auf die Linke ihres Mannes. „Du, Alter,“ sagte sie, „nimm es ihm nicht übel, aber das vom Schulkameraden war doch nur geflunkert. Und er hat sich davongemacht, weil er gemerkt hat, ich will es zur Rede bringen, daß ihm auch weniger um einen Kameraden, als um eine Kameradin zu tun ist.“