Der Müller, der immer, während man mit ihm sprach, den Kopf gesenkt hielt, blickte jetzt leicht schmunzelnd auf.

„Im Ernst, Vater, unser Bub’ ist verliebt.“

„Nun, so drück halt ein Auge zu oder alle zwei. Soll er es mitmachen, solang es ihn freut.“

Die Müllerin hatte das Erröten noch nicht verlernt, sie strich mit der flachen Hand die Brosamen von dem Tischtuche und sagte leise: „Ich werde zu dir doch nicht von Sachen reden, an die kein ehrsames Weib rührt?! Es hat ein rechtschaffen Absehen.“

„Ja so.“ Er drückte ihr begütigend die Hand. „Dann mußt du mir freilich davon sagen. Nur möcht’ ich meinen, das käm’ doch etwas zu früh für den Jungen.“

„Davon ist keine Rede, daß sie gleich zusammengegeben werden sollen, und auf das Zuwarten versteht er sich recht gerne, nur das soll in aller Gehörigkeit ausgemacht werden, daß sie einander zugehören sollen und vor der Welt als Versprochene dastehen.“

„Das ginge wohl an, und ich könnte es ganz zufrieden sein, wenn der Dirn’ ihre Eltern mit uns auf gleich stehen[11] und dasselbe, denk’ ich, wird wohl der Fall sein, weil du deine Fürsprache so sicher vorbringen magst. So sag mir nur auch, was sich der Junge ausgesucht hat.“

„O, für die möcht’ ich reden, und kriegte sie keinen Kreuzer mit, ich wüßt’ mir keine säubere, liebere und rechte!“

„Als wen?“

„Als die Reindorfer Leni.“