„Geh nicht, es ist umsonst.“

„Was hast du für Grund, das zu glauben?“

„Es ist zwischen mir und den Reindorferischen nicht alles wie es sein soll.“

„Und darunter sollten die Kinder leiden? Verlaß dich darauf, komme ich mit ihnen zu reden, ich setze ihnen schon den Kopf zurecht.“

Der Müller senkte wieder den Kopf tiefer als sonst, und mit einem leisen Seufzer sagte er: „Tu wie du willst.“ Dann aber rasch sich von seinem Sitze erhebend, setzte er gleichmütig hinzu: „Versuch es!“ Er dachte bei sich: Was ist da weiter? Was hab’ ich mich da zu sorgen? Mögen es die andern zum Austrag bringen! Sie werden nein sagen und sie müssen nein sagen, und mehr kann nicht zur Sprache kommen!

Die Müllerin war aus der Stube bis an die Küchentür geeilt, sie ersah ihren Sohn, der rauchend an dem Zaune lehnte und rief ihm zu: „Flori, es ist schon richtig, ich fahre dir gleich hinüber.“

„Da spann’ ich auch gleich selber ein, Mutter,“ sagte freudig der Bursche und lief nach dem Stalle. Die Müllerin ging eilfertig wieder nach der Stube zurück, um sich in ihren Sonntagsstaat zu kleiden.

Auch der Müller war aus der Stube getreten und sah zu, wie Florian und ein Knecht den Wagen aus dem Schupfen zogen und die Pferde davor anschirrten.

Der Mann blickte gar ernst.

Als der Mensch all jene Übermächte, nach denen ihn in seinen Träumen verlangte, und alle Vollkommenheiten, die er zu erreichen verzagte, Gott als Eigenschaften beilegte und denselben, wiewohl in kolossalen Proportionen, nach seinem Ebenbilde formte, da leuchtete ihm gleich ein, welch ein furchtbares Geschenk selbst für einen Gott die Allwissenheit an sich allein wäre, und er setzte ihr wohlbedächtig die Allmacht voran, und nun weiß die Gottheit in allem nur ihren Willen. Für den Sterblichen aber, im Gefühle seiner Ohnmacht, ist schon die Gabe der Weissagung kein freundliches Geschenk und alle Seher waren düster und blieben freudelos.