Das Mädchen lief fort.

Die Reindorferin sah zur Müllerin auf, welche vor ihr stand und faßte sie an beiden Armen über den Ellbogen an. „Und dein Mann, der Müller, hat es zugelassen, daß du wegen dem herkommst?“

„Wie du fragst! Ohne sein Vorwissen wär’ doch alles unnütz!“

Die Bäuerin strich sich ein über das andere Mal über die wirren Haare, die ihr um die Schläfe hingen. „Er läßt es zu,“ flüsterte sie, „er selber — der ... Hätt’ er mich doch allzeit allein gelassen, wie jetzt! Himmlischer Vater, mir verbleibt doch gar nichts erspart, gar nichts!“ Es schüttelte das Weib in Krämpfen.

Da trat der alte Reindorfer in die Stube, gefolgt von Magdalena.

„Nun, was gibt es denn?“ fragte er.

Die Bäuerin deutete mit dem ganzen Arme nach dem Mädchen und sagte: „Die will den Florian vom Müller im Wasser-Graben.“

Der Bauer sah erschreckt die Anwesenden der Reihe nach an.

„O, hättest du sie doch damals aus dem Hause geben lassen,“ schluchzte das Weib, „hättest du sie doch aus dem Hause geben lassen!“

Da trat der Bauer auf sie zu und sagte ruhig: „Tu nur nicht gar so wunderlich und auffällig, daß man meint, es wär’, Gott weiß was, dahinter. Ich begreif’ nur den Müller nicht, wie er sein Weib mag einen solchen Gang tun lassen, wo doch zwischen mir und ihm Feindschaft ist und sein soll für alle Zeit. Weiter hat es doch nichts auf sich, man sagt: Schön Dank für die zugedachte Ehr’ und daraus kann nichts werden! Der Bursch’ und die Dirn’ mögen sich einander aus dem Sinn schlagen und gar ist es!“