„Mit dir will ich reden, Vater.“
„Mag sein. Aber ich hab’ weder Lust aufzuhorchen, noch Antwort zu geben.“
„O, tu mich nicht wegjagen, steh mir Red’. Ich meine es ja so ehrlich gegen dich, mußt gegen mich nicht falsch sein! Schau, die Müllerin glaubt, wenn sie dich überläuft und fragt und beredet, und beredet und fragt, sie würd’ es doch richten, auch mich hat sie dazu anlernen wollen, aber ich kenn’ dich besser. Ich hab’ mir ein Herz genommen und heut, jetzt zur Stund’, will ich mit dir reden, einmal für allemal! Ich weiß, du hast einen Grund, daß du nein sagst, ich weiß es ganz bestimmt und ich fürcht’ ihn, denn um ein Geringes tust du nicht so, wegen einer Kleinigkeit hättest du tausend Vorwänd’ gefunden und weil du keinen einzigen vorgebracht hast, so ist es nur um so schlimmer. Aber wissen muß ich, warum du so handelst, denn es hängt mein Lebensglück daran, und wer mir das verweigern will, der muß doch nach Recht und Billigkeit mich überzeugen, daß, was ihn zwingt, auch für mich nicht zu ändern steht! Dich kann ja schrecken, was mich nicht schreckt. Du kannst ja falsch denken, wo ich wahr weiß! Also sag mir, warum du nein sagst, sag mir, warum ich den Florian nicht haben soll.“
Der Bauer seufzte tief auf. „Du tust mir erbarmen, aber, so wahr Gott im Himmel lebt, es steckt keine Eigensinnigkeit dahinter, glaub mir, den mußt du dir aus dem Sinn schlagen.“
„Warum, nur sag warum?“
Er schüttelte den Kopf. „Ich kann nicht, kann nicht, Dirn’!“
„Vater,“ rief sie bittend.
Der Bauer schöpfte tief Atem.
„Du mußt es mir sagen,“ sagte sie leidenschaftlich, „du kannst über mich schalten, das ist richtig, aber ich kenn’ dich, du wirst nicht wollen, daß ich denk’, du tuest unrecht an mir! Dir, gerade dir, trau’ ich zu, selbst wo du hart bist, daß du hart sein mußt, und weil ich das tu, und weil ich alt genug bin, daß ich dich begreif’ und versteh’, so sag mir auch deinen Grund, es ist ja kein Fremdes, das danach fragt, ich bin ja doch dein Kind!“
„Wenn du mein Kind wärst,“ stammelte der Bauer mit feuchten Augen, „dann wär’ eh’ alles gut!“