Meine Mutter, die mich g’schlacht’t,

Mein Vater, der mich aß,

Meine Schwester, das Marlenichen,

Sucht alle meine Beenichen,

Bind’t sie in ein seiden Tuch,

Legt’s unter den Wacholderbaum.

Kiwit, Kiwit,

Was für ein schöner Vogel bin ich.

Als er ausgesungen hatte, da tat er die Flügel auseinander, und hatte in dem rechten Pfötchen die Kette, in dem linken die Schuh und um den Hals den Mühlstein und flog fort damit nach seines Vaters Hause. In der Stube saß der Vater, die Mutter und Marlenchen bei Tisch, und der Vater sagte: „Ach, wie wird mir so leicht und wohl zumute.“ „Ach nein,“ sagte die Mutter, „mir ist es angst, als wenn ein schweres Gewitter käme.“ Marlenchen aber saß und weinte und weinte, da kam der Vogel angeflogen und als er sich auf das Dach setzte, sagte der Vater: „Mir ist so recht freudig ums Herz, und die Sonne scheint draußen so schön, mir ist gerade, als sollte ich einen alten Bekannten wiedersehen.“ „Ach nein,“ sagte die Frau, „mir ist so angst, die Zähne klappern mir, mir ist, als hätte ich Feuer in den Adern.“ Aber Marlenchen saß in der Ecke und weinte, und hatte ein Tuch vor den Augen, und weinte das Tuch ganz naß. Da setzte sich der Vogel auf den Wacholderbaum und sang:

Meine Mutter, die mich g’schlacht’t,