„Ei,“ sagte der pfiffige Bauer, „wenn Euch die Kuh so wohlgefällt, so gefällt mir nun gerade auch Euer mutiges Pferd, geb’ Euch die Kuh für das Pferd!“

„Das ist ein guter Tausch, den lob’ ich mir,“

sprach Hans, nahm die Kuh und trieb sie vor sich her, während der Bauer sich auf das Roß setzte und heidi, hast du nicht gesehen, davonritt.

Als Hans in ein Wirtshaus kam, verzehrte er seine letzten paar Heller, denn er meinte nun, da er die Kuh habe, brauche er kein Geld, und marschierte weiter. Es war aber den Tag sehr heiß und noch eine weite Strecke zum Dorfe, wo Hans her war und wo seine Mutter wohnte, und es durstete Hansen. Da schickte er sich an, die Kuh zu melken, aber so ungeschickt, daß keine Milch kam, und daß ihm zuletzt die Kuh einen Tritt gab, davon ihm Hören und Sehen verging und er nicht wußte, ob er ein Bub oder ein Mädchen war. Da trieb just ein Metzger des Weges mit einem jungen Schwein, der fragte mitleidvoll den geschlagenen Hans, was ihm fehle, und bot ihm einmal aus seiner Flasche zu trinken. Hans erzählte sein Abenteuer und der Metzger machte ihm bemerklich, daß von einer so alten Kuh keine Milch zu erwarten sei, die müsse man schlachten. „Hm!“ meinte Hans, „wird auch keinen sonderlichen Braten geben, altes Kuhfleisch! Ja, wer so ein nettes fettes Schweinchen hätte, das schmeckt und gibt Fetzenwürstel!“

„Guter Freund!“ sagte der Metzger, „wenn Euch das Schweinchen so gefällt, so laßt uns einen Tausch treffen, gerade auf, Ihr das Schwein, ich die Kuh! Ist’s recht?“ — „Ist schon recht!“ sagte Hans, von Herzen innerlich froh über sein Glück. Zog heiter seine Straße und dachte: „Bist doch ein rechtes Glückskind, Hans! Immer wird der Schade wieder ersetzt. O, wie soll dieser Schweinebraten schmecken!“

Bald kam ein Bursche desselben Wegs und holte den Hans ein, der trug eine fette, schwere, weiße Gans im Arm, grüßte Hans, und da sie miteinander ins Gespräch kamen, erzählte er ihm, daß die Gans zu einem Kindtaufsbraten bestimmt sei. Das müßte ein Braten werden, der seinesgleichen suche. Dabei ließ er die Gans den Hans in der Hand wiegen und unter den Flügeln die Fettklumpen befühlen.

„Die Gans ist gut, mein Schweinchen da ist aber auch kein Hund!“ sagte Hans. „Wo hast du denn das Schwein her?“ fragte der Bursche, und Hans erzählte, daß er es vor kurzem erst erhandelt. Da sah sich jener bedenklich um und sprach: „Höre, ein Wort im Vertrauen! Da hinten im letzten Dorfe ist dem Schulzen alleweil ein junges Schwein gestohlen worden. Der Dieb hat’s an dich verpascht, und wenn jetzt der Flurschütz uns nachkommt (mich deucht, ich sehe seinen Spieß schon dort über den Kornähren blinken), so faßt er dich für den Dieb und du kommst, statt mit dem Schwein in die Küche deiner Mutter, in des Teufels Küche!“

„Ach du mein lieber Herrgott! Was bin ich für ein Unglücksvogel!“ schrie Hans. „Hilf mir doch um Gottes willen, guter, liebster Freund!“