Das älteste Beispiel der Lilie findet sich auf der bekannten Darstellung des Königs Mer-en-rē'-Pepy bei Assuan ([Abb. 29]). Leider ist hier die Lepsius'sche Publication nicht correkt und in dem de Morgan'schen Catalogue des Monuments (I, 17, No. 78) die Ungenauigkeit der Zeichnung mit übernommen, ich habe daher die Darstellung an Ort und Stelle nochmals verglichen und hier corrigiert beigegeben. Danach scheint es also, dass bereits die später übliche Form der „Südpflanze” schon im alten Reiche gebräuchlich gewesen ist.

[Abbildung 30.]

Aus dem mittleren Reiche sind die Beispiele zahlreicher: auf dem Throne der Statue Usertesen's I. aus Tanis (jetzt im Berliner Museum, [Abb. 30]) findet sich der Lilientypus deutlich. Fragmente der Lilien sind von dem Throne Amenemhet's III. zu Biahmu erhalten[32], an anderen Königsstatuen derselben Epoche[33] sind gleichfalls die Lilien stets deutlich charakterisirt.

[Abbildung 31.]

Im neuen Reiche zeigt die Pflanze zuerst noch keine wesentliche Aenderung des Typus; selbst noch unter der 19. Dynastie kommen Lilien vor, die bis auf die Einrollung der beiden Seitenblätter den älteren Exemplaren völlig gleichen ([Abb. 31] u. [32]), jedoch sind auch noch in späterer Zeit Beispiele nachweisbar, die in nichts von den alten abweichen. Häufiger findet sich jedoch eine wohl unter der 18. Dynastie ausgebildete Variante mit je einem Anhängsel an jedem der beiden äusseren Blätter ([Abb. 33]).

[Abbildung 32.]

[Abbildung 33.]