»Freilich,« nickte Simmi unter leisem Lächeln, »das kann man dem armen Jesunder nit preisgeben!«

»Was aber soll man tun?«

»Man wird – die Wahrheit in allen Ehren – zur Rettung des beklagenswerten Mannes einen barmherzigen Schwindel ersinnen müssen.«

»Glaubt Ihr damit zu reüssieren?«

»Vielleicht. Wenn Euer Gestreng mir hilfreich beistehen wollen?«

»Mit Freuden!« Die weißen Perückenschnecken des Landrichters machten, weil die vier Überflüssigen einen tiefen Atemzug der Erleichterung aus sich herausbliesen, eine sonderbare Nickbewegung. »Seid meines Dankes gewiß für alle Fälle. Und weil wir schon von getrübten Gehirnen reden – habt Ihr nicht in letzter Zeit dem Christl Haynacher Eure Beachtung als Arzt gewidmet?«

»Warum?« fragte Lewitter ernst.

»Der gute Mann scheint völlig schwachsinnig geworden zu sein. Wir sorgen uns um seinen katholischen Deszendenten. Auch Muckenfüßl ist der Meinung, daß man da einschreiten müßte. Bald.«

»Euer Gestreng!« Simeons Brauen zogen sich hart zusammen. »Da muß ich auf das Eindringlichste abraten. Ich bitt Euch, laßt diesen Mann in Fried! Der Haynacher ist bei vollem Verstand –«

Eine erledigende Handbewegung unterbrach den Arzt. »Diesmal irrt Ihr Euch, mein guter Lewitter!« Und lächelnd trug Herr Willibald seinen weiß überlöckelten Unverstand zur Tür hinüber, um den beurlaubten Schreiber herbeizurufen für weitere Mißhandlung der irdischen Gerechtigkeit.