Der Schatten im Fensterlicht verschwand. Man hörte den Schritt des Fürsten, der im Zimmer auf und nieder ging. Ein Stuhl wurde gerückt. Und dann war's still.
Noch lange stand Mazegger in der Nacht und spähte zu dem hellen Fenster hinauf. Kein Laut mehr. Aber auch die Lampe erlosch nicht. Wie zerbrochen an allen Gliedern taumelte der Jäger zu seiner Hütte hinunter, nahm die Schuhe vom Boden auf und trat in die Stube. Er machte Licht und sah nach der Uhr. Drei Uhr vorüber. In einer halben Stunde mußte der Tag beginnen.
Immer mit der Uhr in der Hand, stand Mazegger am Tisch und starrte brütend vor sich hin. Sein Gesicht war grau wie Asche, die Augen brannten wie im Fieber.
Schwankend ging er zum Bett und warf sich auf die Matratze.
Draußen begann es zu dämmern.
Da huschte ein Schritt an der Hütte vorüber, vorsichtig und leis, als möchte er nicht gehört werden.
Dieser Schleicher im Morgengrau schien ein belastetes Gewissen zu haben. Das erleuchtete Fenster der Jägerhütte war ihm nicht willkommen. Er duckte sich, um ungesehen vorüberzuschlüpfen. Schon wollte er auf den Fußspitzen in das Försterhaus schleichen, als ihn eine Stimme anrief: »Praxmaler?«
»Mar und Joseph!« stotterte Pepperl. »Der Herr Fürst!« Scheu trat er seinem Herrn entgegen, der über den Weg herunterkam. »Duhrlaucht? Was wollen S' denn? In aller Fruh?«
Ettingen lachte. »Das begreifen Sie nicht? Ein Jäger? Sie sind doch auch schon munter!«
»Ja, ich, dös is was anders!«