»Was ich sage, das gilt!«

In Zweifel studierte der Jäger noch eine Sekunde lang das Gesicht seines Herrn. Dann stieg ihm der Glaube und die Freude zu Kopf, wie ein elftes und zwölftes »Viertele« vom roten Spezial. Gleich einem Verrückten sprang er auf und schrie einen Jauchzer zum Himmel, daß der Senn vor die Tür gelaufen kam. »Duhrlaucht! Duhrlaucht! Wann ich heut net überschnapp, is mir der Verstand angnagelt im Hirnkastl drin! Mar und Joseph! So hat sich noch keiner ins Glück einigsuffen, wie gestern ich!«

Ettingen machte die Erfahrung, daß es Menschen gibt, denen man eine Freude nicht minder vorsichtig mitteilen soll als eine Trauerbotschaft. Denn Pepperl drückte im ersten Sturm seinem Herrn die Hand, daß Ettingen noch eine Stunde später die Finger kaum bewegen konnte.

Mitten in diesem Jubel kam dem Jäger gleich wieder eine Sorge. »Um Gottswillen, Duhrlaucht, wann's mit der Aussteuer wahr is, sagen S' nur ja keim Menschen a Wörtl davon!«

»Nein, Pepperl, das bleibt unter uns.« Ettingen hatte die Bitte anders verstanden, als sie gemeint war.

»Wenn so was unter d' Leut käm, da hätten S' kei' Ruh nimmer, Tag und Nacht. Da tät die ganze Gegend heireten auf Ihnen nauf! Und jeder, der was brauchen könnt, tät sich denken: Ah was, der gute Kerl, der gibt mir's schon!— Nimmer schlafen könnten S' vor lauter Brautleut!«

Ettingen lachte. »Ja, Pepperl, da wollen wir lieber reinen Mund halten!«

Als sie den Heimweg antraten, hatte der Jäger solche Eile in den Beinen, daß er immer ein paar hundert Schritte voraus war und wieder stehenbleiben mußte, um auf seinen Herrn zu warten.

Ehe der Pfad sich in den Wald verlor, kletterte Pepperl auf eine vorspringende Bergrippe, von der man frei hinuntersehen konnte ins Tal. Wie zierliches Spielzeug lag die Tillfußer Alm mit den Jagdhäusern und der Sennhütte da drunten.

Pepperl zog in seiner freudigen Ungeduld das Fernrohr auf. »Muß doch schauen, ob ich's Madl net sieh!«