Ehe der Blick des Fürsten die Höhe fand, nach welcher der Jäger deutete, hatte der jagende Nebel die Bergspitze mit ihrer finsteren Haube schon wieder verhüllt.

Sie schritten aufwärts durch den steigenden Wald. Da hörten sie wieder von der Sebenalm die schreienden Stimmen. Jetzt blieb auch Ettingen stehen, wie von einer Sorge befallen. »Praxmaler! Was können die Leute nur haben?«

»Ich kann mir's net denken. Und da müssen mehr Leut beinand sein als wie d' Sennleut und der Hüter! Und wie's in der Luft liegt! Als ob's wo brennen tät! Es wird doch ums Herrgottswillen in der Almhütten kein Feuer net ausbrochen sein!«

Da hörten sie das Keuchen eines Menschen und ein Gerappel von Steinen, als käme einer in wahnsinnigem Lauf über den Steig heruntergerannt.

»Um Christi willen«, stammelte der Jäger, »was is denn?«

Ein Mensch tauchte im Nebel auf. Es war der Sebener Senn. Jetzt stand er vor den beiden, nach Atem ringend, das fahle Gesicht wie mit Ruß bestrichen. Die Augen waren rot verquollen und die Ärmel seiner Joppe von kleinen Brandlöchern durchsiebt, als wäre er durch einen Regen glühender Funken gelaufen. Mit beiden Fäusten packte er den Jäger an der Brust: »Der Förstner? Wo is der Förstner? Ich muß den Förstner haben und d' Holzerleut.«

Ettingen rüttelte ihn am Arm. »Aber Mensch, so sagen Sie doch, was ist denn geschehen?«

»Der Sebenwald brennt. Der ganze Wald bis übern See auffi, alles an einzigs Fuier! 's ganze Jungvieh droben, alles muß hin sein, alles! D' Höll kann net ärger sein! Und 's Fräuln is droben seit gestern! Jesus! Jesus! Sag mir doch, Jäger, wo is denn der Förstner?«

»Mar und Joseph! Draußen im Tillfuß is er! Lauf Senn, lauf ums Himmelswillen, was d' laufen kannst!«