„In Fall drunt hat mir’s der Lenzl einigjammert übern Zaun.“
Zuerst ein hilfloser Blick, dann ein frohes Aufleuchten in Modeis Augen. Und ihre Hände griffen zum leuchtenden Himmel hinauf. „O du heilige Mutter! Jetzt glaub ich dran, daß er sei’ lichte Vernunft wiederhat!“
„So? Da kannst dich noch freuen drüber?“ murrte Friedl in Zorn. „Und ich bin derschrocken, daß ich gmeint hab, jetzt hab ich kein Tröpfl Blut nimmer in der Haut. Schier narrisch bin ich worden. Und im Filzschlorpen hab ich auffi müssen zu dir – da hat nix gholfen –“ Immer heißer wurde seine Empörung. „Und so kann mich einer anlügen! No, Gott sei Lob und Dank, Madl, weil nur gsund bist! Aber so lügen können! So lügen!“
Da klang es mit lustigem Kichern um die Hüttenecke: „Wann ich net glogen hätt, wärst ja zum Madl net auffi, du Narr!“
Beklommen staunte Friedl: „Heut stellt sich d’ Welt am Kopf! Der da – und sagt Narr zu mir!“ Er sah zu dem kichernden Alten hinüber. „Wer von uns zwei der Gscheidere is –“
„Friedl!“ fiel Modei unter glücklichem Lachen ein. „Da kunnt man heut doch a bißl in Zweifel sein.“
Das heitere Lachen der beiden schien den Jäger noch um den letzten Rest seiner klaren Besinnung zu bringen. „Mir is net lacherisch z’mut. Und ich sag dir’s, Madl –“
Sie legte ihm die Hand auf die Schulter, und ihre Augen glänzten. „Brauchst mir gar nix nimmer sagen. Alles weiß ich schon. Dein Filzschuh hat mir alles verzählt.“
„O du verruckter Strohsack!“ schimpfte Lenzl. „Laß doch amal sein’ Fuß in Ruh. Und wann er net selber ’s richtige Wörtl findt, so mußt ihm halt du ebbes sagen, was Verstand hat!“
„Ja, Friedl!“ Modeis Stimme bekam einen Klang, daß dem Jäger die Hände zu zittern begannen. „Dös muß ich dir sagen – weil ich weiß, daß dir alles a Freud wird, was für mich a Freud is. Friedl, heut is ebbes Heiligs hergfallen über uns. Ebbes Glückhafts hat sich zutragen mit meim Bruder –“