„Jöises, jöises!“ Lenzl schlug die Hände über dem Kopf zusammen. „Jetzt fangt s’ von mir zum reden an! Dös is ja doch zum Verzweifeln!“ Mit klappernden Schuhen kam er über die Hüttenstufen herunter.
Ratlos stotterte Friedl: „Was hat er denn, der?“ Und Modei lachte leis: „Verstand hat er.“
Jetzt stand der Alte vor den beiden und schalt: „An Ewigkeit wart ich schon allweil drauf, daß eins von enk zwei ’s richtige Wörtl findt. Oder muß dös ebba so sein in der Welt: daß ’s Allerleichteste allweil ’s Allerhärteste wird? Bloß fragen brauchst: Wie is denn dös gwesen am Sonntag? Und ’s ander, dös braucht bloß sagen: So! Und alls is gut. Aber na! Net zum derleben! Der Mensch is allweil an ungscheider Lapp. Und soll er noch ganz vertäppen, da muß ihm d’ Lieb noch an Schubbser geben und muß ihm den Verstand durchanand beuteln wie ’s Millifett im Butterfaßl. Meiner Seel, der Narr muß kommen und nachhelfen.“ Er griff in den Hosensack. „Du! Da schau her!“ Auf der flachen Hand hielt er dem Jäger eine Schrotpatrone vor die Nase hin.
„Jesus!“ stammelte Modei in Schreck und dennoch aufatmend. Und Friedl fragte perplex: „Was macht er denn da schon wieder für an Unsinn? Dös is ja a Schrotpatron –“
„Dö ich gfunden hab, ja! Da drüben in der Stauden. Wo s’ d’ Schwester einigschmissen hat – am Sonntag. Verstehst jetzt bald?“
Bis in den Hals erblassend, richtete Friedl sich auf. „Modei?“
Weil sie wortlos stand, versetzte Lenzl ihr einen derben Puff an die Schulter. „Herrgott, so sag’s ihm doch amal!“
Sie schüttelte den Kopf. „Ich kann net reden!“ Mit brennendem Gesicht, den Arm vor die Augen schlagend, ging sie hinüber zu den Hüttenstufen.
„Dö Patron hat d’ Schwester dem andern aussigrissen aus der Hinterladerbüchs, derweil er sich gwalttätig verstecken hätt mögen in der Hütten drin!“ Der Alte lachte. „Verstehst noch allweil net?“
„Mar’ und Joseph! Und ich!“ Nach einigen zwecklosen Armbewegungen faßte der Jäger seinen Kopf zwischen die zitternden Fäuste und fing zu hinken und zu humpeln an, immer flinker. „Jesus, Jesus, was bin ich für a Narr!“