Als die viere auf fünf Füßen und einem halben unter spärlichen Sternen nach Fall kamen, war es schon so still und dunkel, daß niemand den Zug gewahrte, der sich langsam dem Haus des Jägers näherte.
Während Modei und die erschrockene alte Frau in Friedls Kammer den Bewußtlosen betteten und wuschen, sprang Hies zum Förster hinüber. Und Friedl brachte noch die hundert Humpelschritte bis zum Wirtshaus fertig, um Benno zu bitten: er möchte nach Lenggries zum Doktor fahren und dem Huisenbauer ein barmherziges Wörtl sagen.
Schweigend, ohne eine Frage zu stellen, sah Benno immer den Jäger an, der sich mit der Schulter an die Mauer lehnte.
„Komm, Friedl! Laß dich führen!“
„Ich find schon weiter. Fahren S’, Herr Dokter! Dös pressiert.“
Als Friedl heimkam, war er mit seiner Kraft zu Ende, in seiner Kammer fiel er auf die Ofenbank. „Wie geht’s ihm denn?“
„Ich glaub, net schlecht!“ flüsterte Modei, den Umschlag des Ohnmächtigen wechselnd. Und die Mutter sagte: „Auswendig sieht man gar net viel. Aber einwendig muß ihm ebbes fehlen. Allweil wieder kommt Blut. Beim Waschen is er aufgwacht und hat gfragt nach dir. Aber gleich war’s wieder aus. Da muß man Geduld haben – und muß an alles denken.“ Sie wollte ihrem Sohn den schlammstarrenden Filzklumpen vom Fuß herunterschälen.
Eine Hand schob die alte Frau beiseite. „Mutter, dös mußt mir lassen!“
Als Modei den heißen, von Blut überkrusteten Fuß des Jägers zwischen ihren Händen hielt, begann sie heftig zu zittern, beugte jäh das Gesicht hinunter und küßte das schwarz gewordene Blut.
„Jesus, Madl“, stammelte Friedl erschrocken, „was tust denn!“