Ein müdes Lächeln kräuselte die Lippen des Mädels. „No, da wirst dich aber gwiß recht freuen drüber! Ob man früher oder spater zammkommt – wann nur überhaupt amal –“

„Was?“ Punkl hob die hohle Hand hinter das linke Ohr. „Was hast gsagt?“

„Daß dich freuen wirst!“

„Heuen? Ah na, drunten sind s’ schon lang fertig mit’m Heuen.“ Die Alte verschwand vom Fenster und erschien auf der Türschwelle, eine kleine, komisch unförmliche Gestalt, weiblich nur in der oberen Hälfte, in der tieferen Halbscheid ein sonderbares Mannsbild. Die Röcke waren wulstig in die blauzwilchene Arbeitshose hineingestopft, so daß die Punkl um die Mitte herum aussah wie ein nach abwärts gerutschter Riesenkropf. Nach unten hin wurde sie in den trichterförmigen Hosenschäften immer mägerer. Fromm bekreuzigte sie das braune, von wunderlichen Fältchen durchschnittene Spitzmausgesicht. „Lieber, gnädiger Vater im Himmel droben, segne meinen Eingang!“

„Du? Punkl?“ sagte Modei, seltsam erregt. „Tut’s dich net reuen?“

„Wie? Wo? Wer?“ fragte die Alte flink, mit dem mißtrauischen Blick der Schwerhörigen.

„Ob’s dich net reuen tut?“ schrie ihr Modei ins Ohr.

„Reuen? Was?“

„Daß fest blieben bist? Vor a zwanzg a dreißg Jahr.“

Nachdenklich studierte die Alte und fing zu nicken an. „Ja ja, a bißl tut’s mich schon reuen, ja! Aber ’s Frieren hab ich halt net derlitten. Dös Luder, dös damische, is allweil bei der Nachtwachterei zu mir ans Fenster kommen, im Winter, weißt, wann’s a söllene Kälten ghabt hat, daß man scheppern hat müssen im Hemmed. Ah na, ah na! Da is mir ’s warme Bett allweil lieber gwesen. No ja, und spaternaus, wie’s a bißl gwarmelet hat, da hat sich gar kei’ Glegenheit nimmer geben.“ Ein meckerndes Lachen. „Jetzt daucht mir, ’s alte Sprüchl kunnt wahr sein: Nimmt er ihm nix, der Mensch, so hat er nix.“ Gähnend guckte die Alte in der Sennstube herum.