„Wird wohl so sein müssen, weil daheroben auch zwei vom Bauern seim Sach essen. Und wann auf der Alm net die richtig Freud zur Arbeit hast von Fruh bis auf d’ Nacht, nacher bringt dich d’ Langweil um.“
„Zeitweis spricht doch a Bauer oder an Almer zu. Oder a Bursch?“
Modei schüttelte den Kopf. „Ich kann schon gar nimmer denken, daß wer heroben gwesen is. Du halt! Und der Hies.“
In scheinbarer Ruhe guckte Friedl zum Fenster hinaus. „Grad heut, hätt ich gmeint, wär einer dagwesen. Drunt am Steig hab ich frische Trittspuren gmerkt. Hab mir halt denkt, es war dein Bauer.“
„Ah na! Bei mir is kei’ Menschenseel net gwesen. Und ich will dir’s frei raus sagen: froh bin ich, wann niemand auffikommt zu mir. Wann eins so dran is wie ich, muß man allweil ebbes hören, was eim weh tut.“
„So a schiechs Wörtl muß man halt abischlucken und nachher fest zuhalten, daß ’s nimmer in d’ Höh kann.“
Modei seufzte. „Du tust dir bei so was leichter, weil kei’ stille Arbeit net hast, wo allweil sinnieren mußt, und wo so a harts Wörtl Zeit hat zum Drucken und Nachwurmen. Du steigst umanand im Wald, allbot siehst ebbes anders, und allweil ebbes Schöns, dös gar kein’ schwarzen Gedanken aufkommen laßt. Ich sag’s, a Jager hat a nobels Leben!“
„Ah ja – wann d’ Lumpen net wären!“ Ein harter Zug senkte sich in die Stirn des Jägers. „Kei’ Stündl bist sicher, daß dir net einer a Kügerl auffibrennt auf’n Buckel, so a Spitzbub, so a verfluchter!“
„Schimpfst halt, weil a Jager bist! A jeds Gschäft hat sein’ neidischen Unverstand. Der Schmied schimpft auf’n Schlosser und der Pfarr auf die Luthrischen. Deswegen kann a Wildschütz a ganz an ehrenhafter Bursch sein, der halt ’s Jagern net lassen kann, weil er d’ Leidenschäftlichkeit im Blut hat. Und weil’s ihm in die Finger juckt, wann er an Wald sieht und an Berg anschaut.“
Langsam hatte Friedl den Kopf gehoben und blickte forschend in Modeis erregtes Gesicht. „Du? Was für ein’ meinst denn du?“