„Mußt abtragen?“ fragte Martl. „Oder reißt dich der Zug deines Hörzens wieder ins Wirtshaus abi?“
„Ah!“ Das klang wie ein hundertfaches Nein in einem einzigen Wort.
„Troffen hast es!“ nickte Lenzl. „Dem sein Schutzpatron is der heilige Fasselianus, der auf’m Nabelfleck a Spundloch hat.“
„Laß mir mei’ Ruh, du!“ gähnte Veri und tauchte über die Steigstufen hinunter.
„Soll er halt saufen!“ philosophierte Martl. „Ebbes muß der Mensch allweil haben, was ihn freut. Dös is a Naturgsetz. ’s Kinderglachter hört auf und d’ Liebsnarretei fangt an. Hinter die süßen Seufzer kommt ’s Schwitzen bei der Arbet. D’ Arbet macht Durst, und so verfallst auf’n Suff. ’s Leben is allweil an Übergangl. Und allzeit brauchst a Weibsbild dazu. ’s Wiegenkitterl zieht dir d’ Mutter aus, ’s Hochzeiterhemmed spinnt dir dein Bräutl, und ins kalte Leichenfrackl hilft dir an alts Weib eini. Ohne Hilf kommt der Mensch net aus, und für a Mannsbild is d’ Vielweiberei a Naturgsetz.“
Vom Almbrunnen klang die Stimme der Monika: „Je, Doktermartl, du bist da!“
„Geh, komm abi, du runde Erfindung Gottes! Nach deine Küh hab ich mich schon umgschaut auf der Weid. Jetzt mußt mir noch sagen, wie’s dir geht.“
„Net schlecht!“ Das Mädel hopste über den buckligen Rasen herunter, wandte sich, höhlte die Hände um den Mund und rief zum Brunnen hinauf: „Höi! Punkl! Komm abi!“
Die Alte droben guckte. „Was hast gsagt?“
„Abi sollst kommen!“ grillte Monika im höchsten Diskant. „Der Martl is da.“