„Geh! Na!“
„Aber glaub mir’s, Madl: ’s richtige Gutsein is grad so a schwere Arbet wie d’ Nahterei. Oft schon in der Nacht bin ich gsessen mit brennheiße Augen. Und hab gstritten mit’m Unmutsteufel in mir. Gut sein müssen, weil man net anders kann, dös is a Gwicht, an unkommods. Aber gut sein mögen und ’s Gutsein derzwingen, dös macht eim ’s Leben besser.“ Friedl stellte die Nähschachtel, die zwischen ihm und Modei stand, auf die andere Seite und rückte näher. „Wann ich gut bin, weiß ich allweil, warum.“
Ein kurzes Schweigen.
„Friedl?“
„Was?“
„Bist gut zu mir? Und weißt, warum?“
„Ja. Weil d’ es verdienst. Und weil ich mir denk, du kunnst a bißl Freundschäftlichkeit grad jetzt gut brauchen.“
Das Mädel hob die Augen. „Brauchen?“ Das hatte strengen, fast erregten Klang. „Warum?“
Friedl hätte viel darum gegeben, wenn er das unvorsichtige Wort wieder ungesprochen hätte machen können. Verlegen sah er in Modeis Augen. „No ja –“
„Du?“ Ihre Stimme zitterte. „Du weißt was?“