„Weißt, mit allem muß man fertig werden. Wann der Mensch net a bißl nachgeben kunnt, müßt er Tag und Nacht a Sauwut aufs Leben haben. Fest anschauen muß man halt die harten Sachen. Und hat man gsehen, wie s’ sind, nacher muß man sagen: In Gotts Namen, wie’s is, so muß man’s haben.“ Nachdenklich schwieg der Jäger eine Weile. „Freilich, wann’s einer so nimmt, da tut er gar oft ebbes, was ander Leut für an Unsinn halten. Aber z’erst muß ich mit mir zfrieden sein. Nacher kann’s gehn, wie’s mag. Drum schau, tu dich net kränken! A Madl wie du! Und einer wie der? Na! Der is gar net wert, daß d’ a Tröpfl Wasser fallen laßt um seintwegen.“

„Wegen dem, meinst?“ Sie schüttelte den Kopf. „Wegen dem lauft mir ’s Brünndl nimmer über. In den hab ich einigschaut. Aber um mich allein geht’s net her. ’s Kindl halt!“ Modei beugte sich über die Arbeit. „So an arms Häuterl!“

„Arm? Und hat a Mutter wie du!“

„A Mutter is viel. Aber net alles. Tag und Nacht muß ich drüber nachdenken. So a Kindl! Und hat kei’ Schuld. Und is net gfragt worden, wie man’s eini gschutzt hat in d’ Welt. Und muß leiden drunter. So an Ungrechtigkeit sollt unser Herrgott net zulassen.“

Sinnend guckte Friedl hinauf zum glühenden Abendhimmel. „Den da droben, den hab ich schon oft ebbes gfragt. Aber gsagt hat er mir nie was. So a ganz Gscheider is allweil a Stader. Weil er ihm denkt: wann ich ebbes sag, versteht mich ja doch keiner, da halt ich lieber ’s Maul! Aber weißt, bei der Stang is er allweil. Da brauchst ums Kindl kei’ Sorg net haben. So a Käferl so a liebaugets! Dös findt schon sein Dach, paß auf! Und a Madl wie du, gsund, sauber, fleißig, wirtschäftlich – wirst schon bald wieder an andern Schatz finden!“

„An andern?“ Sie lachte müd. „Wie der Anfang war, weiß ich. Was nachkommt, sagen d’ Leut, is allweil minder.“

Friedl schnaufte schwül. „Mußt halt a bißl gnügsam sein! Und mußt –“

„Laß gut sein!“ Ihr Nähzeug zusammenraffend, erhob sie sich.

„Aber Madl?“ fragte er verdutzt. „Was is denn?“

„D’ Nahterei heb ich auf. ’s Licht wird a bißl schwach. Und wann mir du d’ Schachtel allweil verräumst!“ Sie ging zur Tür und trat in die Hütte.