Erschrocken sprang er auf, verstellte ihr den Weg und streckte die Hand. „Geh, schau – wie d’ bist, so bist mir recht, und so mag ich dich. Schlag ein! A feins Pratzl hab ich freilich net. Aber Verlaß is drauf. Schlag ein!“

„Ich hab aufs Glück kein’ Glauben nimmer!“ sagte sie mit Überwindung. „Und daß ich dich bloß als Versorgung anschau, da bist mir z’ gut dazu.“ Sie wandte sich. „Reden wir nimmer davon.“ Den Arm vor die Stirn pressend, trat sie auf den Schwellbalken der Sennstube und wurde grau im schwarzen Geviert der Hüttentür.

Nach kurzem Schweigen murrte Friedl vor sich hin: „Da bin ich schön abgfahren!“ Seine Zähne knirschten. „Himmelherrgottsakra –“ Er griff nach Gewehr und Bergstock und wollte gehen. Da fiel ihm Bürschl ein – der Hund lag wohl wieder in der Hütte auf dem Lager, das ihm Modei mit alten Futtersäcken neben dem Herd zurechtgemacht hatte. Friedl pfiff, und da kam der Hund wie ein Pfeil aus der Tür gefahren, schüttelte die Ohren und bellte gegen den Mondschein. „Komm, Bürschl! Jetzt können wir heimtappen.“ Die Schritte des Jägers klapperten auf den Steinstufen.

Modei wandte das Gesicht. „Ohne Gruß willst fort? Bist mir jetzt harb?“

Es riß ihn herum. Dann trat er rasch zu ihr hin. „Madl? Is dir ebbes dran glegen, daß ich dir gut bleib?“

Sie sagte zögernd: „Als Kamerad – no freilich, ja.“

„Nacher mußt mir an Gfallen tun.“

„Außer dem andern – alles, was d’ willst.“ Dabei reichte sie ihm die Hand.

„So gib dein Büberl zu meiner Mutter ins Haus.“

Es dauerte lang, bis sie sagen konnte: „In Gotts Namen!“