Noch hatte Friedl mit Gruß und Handschlag die Runde nicht gemacht, als Modei den Kaffee brachte. „Sooo!“ Sie stellte das Geschirr auf den Tisch. Die Punkl fuhr gleich mit der Nase schnuppernd in den Duft. Als sie zugriff, um die Tassen zu füllen, sah man es ihrem Eifer an, daß sie flinker den eigenen Genuß als den ihrer Freundinnen beschleunigen wollte. „Zucker! Zucker! Wo is denn der Zucker?“
„Geh, Lenzl“, sagte Modei, „drin am Herd steht er.“ Lachend sprang sie dem Bruder nach und flüsterte: „Schau a bißl ins Kammerl eini! Aber stad!“
Als Lenzl zurückkam, schmunzelte sein ganzes Gesicht. „Jesses, Modei –“
Die Schwester tuschelte: „Sei stad und sag nix! Sonst rennt mir die ganze Gsellschaft eini und weckt mir’s Kindl wieder auf.“ Sie wandte sich zum Tisch. „Also, greifts zu! Jeder muß selber schauen, daß er ebbes kriegt. Zureden, dös gibt’s net bei mir.“
Punkl griff mit beiden Händen in den Schucksenberg. „Wer trutzt bei der Schüssel, der schadt sich am Rüssel. Essen muß der Mensch. Dös is a Grundbedingnus für alles, was Gsundheit heißt.“
Während die Gäste sich mit ihrem Kaffee und den frisch gebackenen Nudeln beschäftigten, über deren Vorzüglichkeit sie sich in langen Lobsprüchen ergingen, ließ sich vom Steig ein lautes Putzen und Schnaufen hören. Veri bog um die Hüttenecke, die leere Kraxe auf dem Rücken. Bedenklich schwankte der Alte hin und her. Gori sagte: „Mir scheint, der möcht seiltanzen und kann’s noch net recht. Kerl, du hast ja an Rausch!“
„Ah!“ verneinte der Alte energisch.
„A schöns Quantl mußt aufgladen haben“, meinte Monika, „wann du’s net amal bis da auffi wieder ausgschwitzt hast!“
„Laß mir mei’ Ruh!“ brummte Veri, während er die Kraxe ablud und sich neben Lenzl in das Gras plumpsen ließ.
Friedl trat vor ihn hin. „Wann ich von dir nur amal an anders Wörtl hören möcht als dein ewigs ‚Ah‘ und dein ‚Laß mir mei’ Ruh‘. Was denkst denn eigentlich du den ganzen Tag?“