Sie säuberte die Hände an der Schürze und kam auf ihn zugegangen. „Ja, Herr?“

„Erzähl mir doch, hast du dich mit dem Chorherren auch gut vertragen die lange Zeit vom Abend bis zum Morgen?“

„Allweil gut!“ meinte Gittli mit scheuem Lächeln. „Der Pater hat gewachet, und ich hab geschlafen.“ Als müßte sie sich entschuldigen, fügte sie bei: „Ich bin so viel müd gewesen.“

„Immer geschlafen? Die ganze Nacht?“

„Gott behüt, Herr! Diesmal bin ich schon aufgekommen.“

„Nun? Und dann habt ihr wohl miteinander Haimgart gehalten, gelt?“

„Aber Herr!“ sagte sie ganz erschrocken. „Wie tät ich mir denn einfallen lassen, daß ich haimgarten wollt mit so einem Herrn. Ich bin allweil gelegen und hab keinen Muckser getan.“

„Und er? Er wird doch mit dir geredet haben?“

„Kein Sterbenswörtl! Ich glaub, er hat mich gar nit gesehen. Allweil ist er gesessen und hat blinde Augen gemacht, als tät er einwendig schauen.“

„Einwendig schauen?“ wiederholte Herr Heinrich und nickte vor sich hin. „Aber sag, hast du ihn schon öfters gesehen?“