„Ich hab keinen Durst!“ sagte Frater Severin und seufzte tief.
„Tatata! Durst? Durst? In unserer unschuldigen Zeit trinken nur zu viel ohne Durst. Und billig! Man trinkt für den zukünftigen. Kauft in der Not, so sagen die Quacksalber, dann habt ihr’s im Tod!“
„Jetzt hab ich’s einmal gesagt,“ seufzte Frater Severin, „ich trink nit!“
„Tatata!“ Herr Schluttemann faßte des Fraters Kutte und zog ihn zu sich nieder. „Kommt her, Frater, setzet Euch zu mir, ich will Euch ein Liedl singen, das soll Euch ins Gewissen reden!“ Er schlang seinen Arm um den des Fraters, schwenkte die Flasche und sang mit leiser Stimme:
„Wohlauf, lieb Bruder und Gespiel,
Quem sitis vexat plurima,
Ich weiß ein Wirt im Tale kühl,
Qui vina habet aurea!
Er zapfet fleißig uns den Wein
De dolio in cantharum!