Herr Schluttemann hob die Arme und ließ sie auf seine Hüften fallen, als wollte er sagen: „Jetzt steht mir der Verstand still!“

„Ihr sehet, Vogt, man kann sich irren!“ sagte Herr Heinrich. „Wir müssen den Mann freigeben.“ Er nickte, als wäre die Sache für ihn erledigt, und ging der Herrenhütte zu. Unter der Tür rief er den Frater. „Die Knechte sollen packen, wir steigen vor Mittag noch zu Tal. Du, der Vogt und das Mädchen, ihr gehet mit den Knechten über die Almen. Ich warte hier mit dem Haymo, bis das Maultier kommt. Dann nehmen wir den Abstieg nach dem See, er ist kürzer und für Haymo minder beschwerlich.“

Vor der Jägerhütte stand Haymo noch immer auf der gleichen Stelle. Als er den Propst in der Tür verschwinden sah, atmete er tief auf, wandte sich wortlos ab und trat in die Hütte.

Wolfrat und Herr Schluttemann waren allein.

„Schau, schau,“ sagte der Vogt und kraute sich das Genick, „jetzt hab ich dir unrecht getan!“

Wolfrat schwieg und blickte langsam nach beiden Türen.

„So sei halt jetzt zufrieden, Polzer, und tu dich nicht kränken!“ stotterte Herr Schluttemann. „Daß dir die Schicht ausbezahlt wird, die du heut im Sudhaus drunten versäumt hast, dafür sorg ich schon, ja, ja!“

„Kann ich jetzt gehen, Herr?“ fragte Wolfrat ruhig.

„Freilich, Polzer, freilich! Geh nur heim zu deinem Weib!“ Freundlich klopfte der Vogt dem Sudmann auf die Schulter. „Wenn’s im nächsten Jahr wieder hapert mit dem Lehent, dann komm nur, ich laß schon reden mit mir.“

„Es wird’s nit brauchen, Herr! Behüt Euch Gott!“ Wolfrat zog den Hut in die Stirn und ging dem Steig zu, während Herr Schluttemann kopfschüttelnd das Herrenhaus betrat.