Da rief Herr Heinrich aus dem Fenster: „Wolfrat? Wohin?“

„Heim will ich, Herr! Ich kann doch gehen?“

„Wenn du willst. Doch wär’s mir lieb, wenn du eine Weile noch bleiben möchtest. Ich hätt eine Arbeit für dich.“

„Wohl, Herr!“ sagte Wolfrat zögernd.

„Setz dich nur da her auf die Bank und warte, bis ich komme!“

Mit finsteren Augen ging der Sudmann zur Bank; man sah es ihm an, er tat’s nicht gerne; unter dem Kittel rührte er die Schultern, als wäre ihm nicht wohl zu Mut in seiner Haut.

Zwischen den Zweigen der Fichten schlüpfte Gittli hervor und huschte in die Jägerhütte. Haymo saß auf dem Bett. Sie flog auf ihn zu und umschlang seine Hand. „Vergeltsgott, Haymo, Vergeltsgott tausendmal, weil du Erbarmen gehabt hast mit ihm!“

„Hab ich nit müssen?“ sagte er. „Und wenn’s mich gleich meine Seel gekostet hätt!“ Seine Augen hingen an ihr mit sehnsüchtiger Schwermut.

„Schau, Haymo,“ zitterte es von ihren Lippen, „er hat freilich was Arges getan! Aber gelt? Ich hab’s doch ein lützel wieder gutgemacht? Wie er gekommen ist und hat’s der Schwährin gestanden, und ich bin drin in der Kammer gewesen und hab’s gehört, schau, da hat mich doch keins nimmer halten können. Gelaufen bin ich und gelaufen, bis ich dich gefunden hab. Und gelt, ich hab’s doch wieder ein lützel gutgemacht?“

Er ließ ihre Hände und überflog sie mit bangem Blick. „Nur weil du’s wieder gut hast machen wollen?“ fragte er mit versagender Stimme. „Sonst wegen gar nichts bist du gekommen?“