Der Sudmann stand mit fahlem Gesicht, ein Schauer hatte ihn gerüttelt, und von seinen zitternden Händen tropfte das Wasser.

„Hast du gehört, Wolfrat?“ sagte Herr Heinrich, während zwischen den Felsen der Widerhall verzitterte.

„Eine Lahn war’s. Nur eine Lahn ist gegangen.“

„Und wer hat sie reden lassen und hat ihr Füß gemacht?“

„Die Sonn!“

„Weil sie scheint, gelt? Und wer läßt die Sonne scheinen?“

Wolfrat schlug die Hände vor das Gesicht, sein ganzer Körper erbebte wie ein Baum vor dem Sturz. Dann warf er die Arme auseinander. „Ich kann’s nimmer heben, es muß heraus!“ Stöhnend brach er in die Knie und schlug mit den Fäusten seine Brust. „Ich — ich — ich hab’s getan. Ich bin’s gewesen, der ihn gestochen hat.“ Mit irrenden Augen blickte er auf; als hätte er gefürchtet, daß der Propst nun aufspringen würde in Zorn.

Herr Heinrich blieb ruhig sitzen. „Weshalb hast du es getan?“

„Weil er mich hat fassen wollen.“

„Es war seine Pflicht. Du hast Raub getrieben. Weshalb?“