„Das weiß ich nicht. Das mußt du selber wissen. Es war nicht dein Fürst und Lehensherr, zu dem du gesprochen hast, es war dein Beichtiger. Was du auch sagtest, ich gehe von hier und hab’s vergessen.“ Er bedeckte das Haupt und ging davon.

Wolfrat sprang auf, drückte die Faust auf die Stirn und starrte dem Propste nach.

Als Herr Heinrich die Tiefe des Steintals erreicht hatte, blickte er nach dem Kreuz zurück. Er sah den Sudmann zur Quelle gehen, um frisches Wasser zu holen.

Bei der Jägerhütte angelangt, rief der Propst nach Haymo. Die Antwort kam nicht aus der Hütte, sondern vom Berghang her, über den der Jäger, von der flinken Hel begleitet, langsam herabstieg, in der Hand ein Bündel ausgegrabener Wurzeln tragend.

„Wo warst du, Haymo?“

„Nieswurz hab ich gegraben,“ sagte der Jäger mit müder Stimme, „für den Frater Küchenmeister.“

„Hat er wieder Atemnot und Herzkrämpfe? Ein Wunder wär es nicht. Aber du hättest diese Arbeit einem andern überlassen sollen.“

Haymo hielt die Augen gesenkt. „Ich hab’s ihm versprochen.“

„Und hast dich übermüdet dabei, jetzt vor dem Abstieg! Wie bleich du bist! Gib deine Hand her! Sie zittert. Und deine Augen brennen. Haymo, ich muß dich in der Hütte lassen.“

Der Jäger erschrak. „Ich bitt, Herr Heinrich, nur das nit! Ich tät’s nimmer aushalten in der Hütt — bevor ich nit wieder gesund bin, ganz gesund!“ Er betonte die beiden letzten Worte so seltsam.