„Was mag der Hund nur haben?“ fragte Herr Heinrich. Er hatte kaum ausgesprochen, als die Hel aufheulend mit weitem Satz in das Wasser klatschte und gierig nach dem Ufer ruderte. In Erregung sprang Haymo auf und deutete mit dem Arm. „Herr, sehet, dort! Der Bär! Der Bär! Er will über den See schwimmen.“

Auf einen Bolzenschuß vom Ufer entfernt, sahen sie den Kopf des Raubtiers gleich einem braunen Holzklotz über das Wasser gleiten. Der Bär hatte den näherkommenden Hund schon gewahrt; zögernd schwamm er weiter, dann machte er plötzlich kehrt und suchte das Ufer zu gewinnen. Heulend, schnappend und Wasser blasend, schoß der Hund hinter ihm her.

„Herr! Herr! Wir müssen nach,“ schrie Haymo, „oder der gute Hund ist hin!“

„Tauch an, Wolfrat, tauch an!“ rief Herr Heinrich mit klingender Stimme, während er nach einem Bolz griff und die Armbrust von der Schulter riß.

Wolfrat legte sich auf das Ruder, daß die Stange knirschte, und während Herr Heinrich sich zum Schuß bereit machte, riß Haymo, seiner Wunde und Schwäche nicht achtend, den Fänger aus dem Wehrgehenk des Propstes. Die rufenden Stimmen waren zur Seeklause gedrungen. Pater Desertus erschien am Ufer, und als er gewahrte, was vorging, schrie er gegen die Klause: „Walti! Mein Griesbeil!“

Der Bär hatte seichten Grund gefunden und begann zu waten. Jetzt erreichte ihn die Hel und fiel ihn kläffend an. Der Bär hob die Tatze und schlug; winselnd überstürzte sich der Hund und verschwand im Wasser.

„Tauch an, Wolfrat, oder die Hel ist hin, die arme Hel!“ schrie Haymo.

Der Hund hatte sich schon wieder erhoben und fuhr im aufspritzenden Wasser auf den Bären los.

„Schießet, Herr, schießet!“

Die Sehne der Armbrust schwirrte, doch das Schwanken des Einbaums hatte den Schuß gestört; der Bolz streifte nur den Schädel des Bären und surrte über das glatte Wasser hin.