„In die Röt hinauf?“ wiederholte Herr Heinrich mit wehmütigem Lächeln. „Nein, mein Kind, das ist zu harte Arbeit für dich. Und sieh, ich hab nun einmal deinem Bruder versprochen, daß ich für dich sorgen will. Oder willst du mich zum Lügner machen? Hab ich dir so viel Böses getan, daß du mir nicht vertrauen kannst?“

Gittli verstummte in ratloser Qual.

„Gelt nein? Und sieh, wenn ich sorge für dich, will ich es so tun, daß es dir zum guten ausfällt, zu deinem Glück! Ich bin dir zu Dank verpflichtet. Du hast für meinen Jäger so viel getan —“

Da schlug sie die Hände vors Gesicht und brach in Schluchzen aus.

Die Oberin wollte das Mädchen beruhigen. Herr Heinrich aber sagte: „Lasset das Kind nur, es soll sich ausweinen!“

Die Stille beängstigte Gittli; sie hörte zu schluchzen auf und ließ die Hände in den Schoß sinken.

„Schau, Gittli, wer Gutes getan hat, muß sich auch den Dank gefallen lassen. Wenn du dich wehrst dagegen, müßte der Haymo glauben, daß dich wieder reut, was du für ihn getan hast.“

Mit zuckenden Lippen und nassen Augen blickte sie zu Herrn Heinrich auf.

„Gelt ja? Und nun wirst du mir auch folgen in allem?“

„Wenn es sein muß,“ lispelte sie, „in Gottesnam!“