Als er eine Weile später sein Gemach betrat, hörte er von der Vogtstube her das alte, polternde Gewitter. Er ging den grollenden Lauten nach, und als er die Tür öffnete, beförderte Herr Schluttemann soeben unter einem Hagelwetter von dröhnenden Scheltworten einen Zinsbauern zur Stube hinaus. Da der Vogt den Propst gewahrte, wurde er verlegen.
„Ist das die Wirkung des Urteils?“ fragte Herr Heinrich.
Vogt Schluttemann kraute sich hinter den Ohren.
„Man sagte mir doch, daß Ihr gestern Eurer Hausfrau das Urteil gesendet habt?“
„Das hab ich freilich getan, Reverendissime!“ gab der Vogt kleinlaut zur Antwort.
„Nun? Und was sagte sie, als Ihr nach Hause kamt?“
„Nichts.“
„Und heute früh?“
„Auch nichts! Aber —“ Herrn Schluttemanns Nase begann zu brennen, „aber das Urteil hat sie mir um den Kopf gehauen. Was sagt Ihr, Reverendissime? Eine solche Mißachtung — des Gesetzes!“
Herr Heinrich verwand das Lächeln. „Das muß streng geahndet werden. Bringet mir das Urteil, ich will ihm Wirkung verschaffen.“