„Gelt, ja! Wenn ich nur den herausfinden könnt, der den Wolfrat auf dem Gewissen hat! Dem wollt ich warm machen.“ Das Pferd bäumte sich, denn Herr Heinrich hatte die Zügel unsanft angezogen.
Erschrocken trat der Bauer zurück und fuhr sich mit dem Arm über die Stirn.
„Was hast du, Eggebauer?“ fragte der Propst.
„Schwül, Herr — schwül ist mir. Ich mein’, die Sonn wird heut noch richtig brennen.“
„So? Meinst du?“ Herrn Heinrichs Augen blickten hinüber nach dem benachbarten Gehöft. „Das ist doch das Haus des Sudmanns, gelt?“
„Wohl, Herr!“
„Jetzt liegt der arme Mensch verblutend in der Klause, und sein krankes Weib liegt droben bei den frommen Schwestern. Wer behütet jetzt das Lehen? Wer schaut auf Gras und Klee? Wer sorgt für die Hennen, für die Immen und für die Geißen?“
„Das könnt ich besorgen!“ fiel der Bauer hastig ein. „Ich hab Leut genug im Haus.“
„Brav, Eggebauer! Das will ich dem Wolfrat gleich erzählen, wenn ich in die Klause komm.“
„Ja, Herr! Saget ihm nur, was ich ihm für ein guter Freund bin!“ sprudelte es über die bleichen Lippen des Bauern. „Und — schauet, Herr — weil sich die armen Leut so fretten müssen — da hab ich schon oft so gemeint, man könnt an das Haus einen Stall anbauen? Und — ich könnt ihm eine Kuh hinüberstellen. Und ich tu’s auch, meiner Seel! Ja, Herr! Und saget es ihm nur gleich, was ich alles für ihn tu.“