Als die Trauung vorüber war, wurde das junge Paar von Glückwünschenden umdrängt. Nur Seph und Wolfrat fehlten. Weshalb nur waren sie nicht gekommen?

Als einer der letzten trat Herr Schluttemann zu dem Paar. Er machte einen Bückling vor der errötenden Braut und faßte Haymos Hand. „Also Herr Wildmeister, viel Glück fürs Leben! Und einen guten Rat will ich Euch geben dazu: lügen, Herr Wildmeister, lügen müßt Ihr nimmer!“

„Herr Vogt?“ fragte Haymo lachend. „Wie meint Ihr das?“

„Schon gut, schon gut! Ich weiß, was ich weiß!“

Stolz erhobenen Hauptes stapfte Herr Schluttemann davon. Er war wohl auch zum Brautmahl geladen; aber er wollte zuvor noch in der Vogtstube Nachschau halten. Als er das Kloster betrat, klangen von der Kirche herüber die Hörner der Jäger, die das junge Brautpaar mit schmetterndem Weidmannsgruß empfingen.

Herr Schluttemann fand in der Wartestube nur wenige Leute vor, die er eilig abfertigte. Schon wollte er die Vogtei verlassen, da kam noch einer mit polterndem Eilschritt herbeigerannt.

„Herr Vogt! Herr Vogt!“

Beim Klang dieser Stimme spitzte Herr Schluttemann die Ohren.

„Was? Der traut sich noch herein zu mir?“

Er runzelte die Brauen und stemmte die Fäuste in die Hüften, als er seine Vermutung bestätigt sah und den Rottmann Polzer erkannte.