„Gittli!“ stammelte das Weib.

„Tu dich nimmer sorgen! Es hilft, schau, es hilft schon. Weißt, er wehrt sich halt, der Krank, weil er spürt, daß er fort muß.“

Wieder saßen sie, betend und wartend. Auf leisen Sohlen schlich die Nacht davon, und durch die Fenster fiel der graue Dämmerschein des erwachenden Ostermorgens.

Seph atmete auf. „Jetzt wird der Polzer doch bald kommen?“

Gittli nickte; die Hände im Schoß gefaltet, saß sie, keinen Blick vom Gesicht des Kindes verwendend.

Wieder einmal befühlte Sepha die kleinen, starr geschlossenen Hände. Sie erschrak. „Gittli! Ich weiß nit — das Kindl wird so kalt! Da, greif her! Was meinst du denn?“ Ihre Augen waren starr geöffnet, und ihre Stimme zitterte vor Angst.

Gittli umschloß mit beiden Händen die kalten, wachsbleichen Fäustchen des Kindes. Sie konnte nicht sprechen. Bang erschrocken schaute sie zu Sepha auf.

„Was meinst du,“ stammelte das Weib, „wenn ich ihm Tücher warmen tät?“

„Ja, ja!“

Sepha zerrte einen Arm voll Leinenzeug aus einer Truhe, stürzte in die Küche, machte Feuer und preßte das Leinen in eine irdene Schüssel, um es an der Glut zu wärmen. Schluchzend riß sie die Haustür auf; der helle Glanz des Ostermorgens leuchtete ihr entgegen. Sie taumelte auf der Schwelle, raffte sich auf und rannte auf die Straße, um auszuschauen, ob ihr Mann nicht käme. Nichts, nichts, so weit ihre brennenden Blicke reichten.